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Pressebericht zum Neujahrskonzert 2020 in der Saarbrücker Zeitung:

Musikalische Power unserer Region

Brillantes Neujahrskonzert im Theater am Ring

Saarlouis Mit Verve, mit Schwung leitete das Neujahrskonzert im Theater im Ring in Saarlouis ins neue Jahr. 600 Besucherinnen und Besucher waren begeistert.

Von Johannes Bodwing

Anne Kathrin Fetik (links) und Natalie Jurk im Duett FOTO: Johannes A. Bodwing

Große Konzertsäle kommen an Neujahr per TV ins Wohnzimmer. Jedoch mehr Atmosphäre als auf der heimischen Couch hatte am 1. Januar das rund zweistündige Neujahrskonzert im Theater am Ring in Saarlouis. „Zum 13. Mal“, sagte Moderator Hans Werner Strauß in dem mit etwa 600 Besuchern nahezu voll besetzten Theatersaal. Veranstalter waren erneut der Stadtverband Kultur sowie die Stadt Saarlouis.

Als musikalische Akteure überzeugten rund 60 Mitglieder des Kreissymphonie-Orchesters unter Christian Schüller sowie die Solisten. Dazu gehörten Anne Kathrin Fetik (Sopran) und die aus Berlin stammende Natalie Jurk (Mezzo-Sopran). Sie trugen nicht nur bei Solo-Arien mit klaren und gefühlvollen Stimmen zum positiven Eindruck des Konzertes bei. Im Duett verschmolzen der strahlende Klang von Fetiks Sopran mit dem warmen Timbre von Jurks Mezzosopran. Sowohl beim verliebten „Blumenduett“ aus Leo Delibes exotischer Oper Lakmé wie auch beim verträumten „Barcarole“ aus Jaques Offenbachs Operette „Hoffmanns Erzählungen“.

Mit schauspielerischer Verve servierten Fetik und Jurk die Eröffnungsszene aus „Die Lustigen Weiber von Windsor“. In dem Stück von Otto Nicolai ereiferten sie sich ausdrucksstark über einen dreisten Verehrer. Bekannte Werke aus Romantik und Klassik füllten den dämmrigen Theatersaal. Nahezu konzentriert wie das Orchester saßen die überwiegend älteren Zuhörer auf den Plätzen und knauserten nicht mit Applaus.

Im Bühnenhintergrund wechselten auf einer großen Leinwand Bilder, welche die Vorträge optisch untermalten. Davor schuf das Orchester faszinierende Klangwelten.

Christian Schüller und das Kreissymphonie-Orchester schufen die musikalische Grundlage xdes Neujahrskonzertes. FOTO: Johannes A. Bodwing

Beispielsweise beim modernsten Programmpunkt des Abends, der Filmmusik aus „The Lord of the Rings“. Von den epischen Motiven hob sich der zehnjährige Knabensopran Jakob Hippchens mit leicht angerauter Stimme ab. Und so wie in J. R. R. Tolkiens Erfolgsgeschichte ein einziger Ring alles beherrschen kann, so hatte Dirigent Christian Schüller das Orchester im Griff. Aufrecht und mit energischer Führung des Taktstocks setzte er zur Konzerteröffnung den temperamentvollen Marsch der Toreros aus Georges Bizets Oper „Carmen“ in Szene. Leicht nach vorn gebeugt kitzelte er Nuancen aus dem Klangkörper, so wie im Wechsel von verspielten Passagen der Streicher und wuchtigen Bläsersätzen beim „Faust-Walzer“ von Charles Gounod.